Die wichtigsten Zahlen, jeweils mit Herausgeber, Stichprobe und Datum
Die Nutzung von KI durch Studierende und Studieninteressierte ist 2026 gut belegt. Belastbare Zahlen dazu, wie Zulassungsstellen KI einsetzen, sind dagegen selten. Dieser Überblick enthält nur Angaben, die wir an der Primärquelle geöffnet haben. Keine Zahl stammt von Skolbot.
Hinweis zur Methode: Für diesen Beitrag stand kein kostenpflichtiges Tool für Suchvolumen zur Verfügung. Das Thema wurde anhand öffentlicher Recherchen und Primärquellen eingegrenzt.
| Zahl | Quelle | Umfang und Zeitpunkt |
|---|---|---|
| 46,5 % der Studierenden nutzen KI täglich für das Studium (Vorjahr: 24,9 %) | CHE Centrum für Hochschulentwicklung | 28.584 Studierende, 194 Hochschulen in Deutschland und 8 in Österreich, Wintersemester 2025/26, überwiegend Wirtschafts- und Rechtswissenschaften |
| 33 % der 16- bis 74-Jährigen in der EU nutzen generative KI; 64 % der 16- bis 24-Jährigen | Eurostat | EU, 2025, letzte drei Monate |
| 95 % der Studierenden nutzen KI in irgendeiner Form | HEPI und Kortext | 1.054 Vollzeit-Bachelorstudierende, Vereinigtes Königreich, Dezember 2025 |
| 46 % der Schülerinnen und Schüler suchen mit KI nach Colleges (26 % im Frühjahr 2025) | EAB | Über 5.000 Schüler, USA, Oktober bis November 2025 |
| 43 % starten mit der Hochschulwebsite, 13 % mit einem Chatbot | UCAS, berichtet von Wonkhe | 4.485 Befragte, Vereinigtes Königreich, November 2025 |
Nur die erste Zeile stammt aus Deutschland. Alle anderen sind internationale Vergleichswerte und werden im Text so gekennzeichnet.
Studierende: KI gehört in Deutschland zum Studienalltag
Der CHE-DatenCHECK vom 22. Juli 2026 liefert die aktuellste deutsche Zahl, die wir öffnen konnten. 46,5 % der Befragten nutzen KI täglich, im Vorjahr waren es 24,9 %. Die Erhebung lief im Rahmen des CHE Hochschulrankings im Wintersemester 2025/26 und umfasst 28.584 gültige Antworten. Sie deckt vor allem wirtschafts- und rechtswissenschaftliche Fächer ab. Der Vorjahresvergleich ist daher wegen anderer Fächermischung mit Vorsicht zu lesen.
Auf EU-Ebene misst Eurostat für 2025 eine Nutzung generativer KI durch 33 % der 16- bis 74-Jährigen und durch 64 % der 16- bis 24-Jährigen. 2025 wurde der Indikator erstmals erhoben, eine längere Zeitreihe gibt es noch nicht.
Für Zulassungsteams heißt das: Studieninteressierte, die sich für ein Studium bewerben, sind mit KI-Assistenten vertraut, bevor sie Ihre Website öffnen.
Studienwahl: KI wirkt, aber die Hochschulwebsite bleibt der Startpunkt
Für die Phase der Studienwahl gibt es keine deutsche Erhebung, die wir verifizieren konnten. Zwei Studien aus dem Ausland liefern Orientierung, nicht mehr.
EAB befragte über 5.000 US-Schülerinnen und -Schüler im Oktober und November 2025: 46 % nutzen KI bei der College-Suche, 26 % waren es im Frühjahr 2025. 18 % haben ein College wegen KI-generierter Informationen aus der Auswahl gestrichen.
Die britische UCAS-Studie, die Wonkhe vorstellt, zeigt ein gemischtes Bild. Von 4.485 Befragten beginnen 43 % mit der Website der Hochschule und 13 % mit einem Chatbot. 48 % würden eine Hochschule nach einem schlechten Tag der offenen Tür von der Liste streichen, aber nur 8 % nach einer negativen KI-Bewertung.
Beide Studien betreffen andere Länder und Zielgruppen. Sie lassen sich nicht addieren und nicht auf Hochschulstart, NC-Verfahren oder das duale Studium übertragen.
Zulassungsstellen: wenige Daten, offene Regelfragen
Die einzige institutionelle Zahl, die wir prüfen konnten, betrifft Regeln für Bewerbende. Kaplan (Pressemitteilung vom 3. November 2025) befragte im Sommer 2025 Zulassungsverantwortliche selektiver US-Colleges: 2 % erlauben KI beim Verfassen des Bewerbungsessays, 30 % verbieten sie, 68 % haben keine Regel.
Diese Zahl ist US-amerikanisch. In Deutschland läuft die Zulassung über Hochschulstart (zulassungsbeschränkte Fächer), hochschuleigene Verfahren und den NC. Daten dazu, wie deutsche Zulassungsstellen KI einsetzen, haben wir nicht gefunden und zitieren deshalb keine. Pauschale Prozentwerte aus Umfragen, die Schulen und Hochschulen vermischen, haben wir bewusst weggelassen.
Rechtlicher Rahmen: DSGVO jetzt, KI-Verordnung ab Dezember 2027
Die DSGVO gilt unmittelbar. Zuständig sind der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) und, für Landeshochschulen und private Hochschulen, in der Regel die Datenschutzbehörden der Länder. Bei Minderjährigen müssen Information und Einwilligung verständlich bleiben.
Die KI-Verordnung der EU führt in Anhang III KI-Systeme auf, die den Zugang oder die Zulassung zu Bildungseinrichtungen bestimmen, als Hochrisiko-Systeme. Ein Chatbot, der Fragen beantwortet, entscheidet nicht über eine Zulassung. Ein Werkzeug, das Bewerbungen bewertet oder reiht, rückt in diese Nähe.
Laut Europäischer Kommission gelten die Anhang-III-Regeln nach dem KI-Omnibus nun ab dem 2. Dezember 2027. Prüfen Sie das Datum auf dieser Seite, bevor Sie Fristen planen.
Für die Qualitätssicherung bleiben Akkreditierungsrat und Hochschulrecht der Länder maßgeblich. Das CHE Ranking und der DAAD gehören zu den Quellen, an denen sich Studieninteressierte orientieren.
So prüfen Sie jede KI-Statistik, bevor Sie sie zitieren
Bevor eine Zahl in eine Präsentation, ein Angebot oder eine Pressemitteilung wandert, lohnen sich vier Fragen. Wer hat befragt, und wer hat es bezahlt? Wie groß war die Stichprobe, und wen deckt sie ab: Schüler, Studierende, Erwachsene? Wann lief die Erhebung? Und was genau wurde gefragt, etwa „nutzen Sie KI täglich“ oder „haben Sie KI schon einmal genutzt“?
Nach diesem Raster fallen viele im Netz kursierende Prozentwerte durch, weil sie keine Primärquelle nennen. Die Zahlen in der Tabelle oben bestehen ihn, aber nur im jeweils angegebenen Rahmen.
Was diese Zahlen nicht belegen
Sie belegen nicht, dass ein Chatbot die Einschreibungen erhöht: Keine der Quellen misst Conversion. Sie sind untereinander nicht vergleichbar, weil Zielgruppen, Länder, Fragen und Zeiträume verschieden sind. Und sie sagen nichts über die Verbreitung von KI in deutschen Zulassungsstellen.
Veröffentlichte Conversion-Werte finden Sie in unserem Beitrag zu Konversionsraten von Hochschul-Websites.
Was Zulassungsteams daraus ableiten können
Vier Schritte brauchen keine erfundene Zahl.
- Machen Sie Ihre Studiengangsseiten zur besten Antwort auf Fragen, die Studieninteressierte schon einer KI stellen: Zulassungsvoraussetzungen, NC, Fristen, Gebühren, duales Studium.
- Legen Sie eine Regel zum KI-Einsatz in Bewerbungen fest, wie sie laut Kaplan die meisten US-Colleges noch nicht haben.
- Lassen Sie Menschen über Zulassungen entscheiden. KI beantwortet und leitet weiter.
- Messen Sie Ihre eigenen Daten: häufige Fragen, Antwortzeit, gebuchte Beratungstermine.
Weiterführend: unser Leitfaden zu KI-Agenten für die Studierendengewinnung, die Definition eines KI-Admissions-Agenten und der Leitfaden zum KI-Chatbot.



