Die wichtigsten Zahlen für Universitäten, FH und Privatuniversitäten
Für Österreich gibt es eine Studie, die wir öffnen konnten und die österreichische Hochschulen einschließt, allerdings gemeinsam mit deutschen. Alles andere sind internationale Vergleichswerte, die als solche gekennzeichnet sind. Keine Zahl stammt von Skolbot.
Hinweis zur Methode: Für diesen Beitrag stand kein kostenpflichtiges Tool für Suchvolumen zur Verfügung. Das Thema wurde mit öffentlichen Recherchen und Primärquellen eingegrenzt.
| Zahl | Quelle | Umfang und Zeitpunkt |
|---|---|---|
| 46,5 % der Studierenden nutzen KI täglich für das Studium (Vorjahr: 24,9 %) | CHE Centrum für Hochschulentwicklung | 28.584 Studierende an 194 Hochschulen in Deutschland und 8 in Österreich, Wintersemester 2025/26, überwiegend Wirtschafts- und Rechtswissenschaften |
| 33 % der 16- bis 74-Jährigen in der EU nutzen generative KI; 64 % der 16- bis 24-Jährigen | Eurostat | EU, 2025, letzte drei Monate |
| 95 % der Studierenden nutzen KI in irgendeiner Form | HEPI und Kortext | 1.054 Bachelorstudierende, Vereinigtes Königreich, Dezember 2025 |
| 46 % der Schülerinnen und Schüler suchen mit KI nach Colleges | EAB | Über 5.000 Schüler, USA, Oktober bis November 2025 |
| 43 % starten mit der Hochschulwebsite, 13 % mit einem Chatbot | UCAS, berichtet von Wonkhe | 4.485 Befragte, Vereinigtes Königreich, November 2025 |
Studierende: tägliche KI-Nutzung hat sich in einem Jahr fast verdoppelt
Der CHE-DatenCHECK vom 22. Juli 2026 weist 46,5 % tägliche KI-Nutzung aus, nach 24,9 % im Vorjahr. Befragt wurden im Rahmen des CHE Hochschulrankings 28.584 Studierende an 194 deutschen und 8 österreichischen Hochschulen, vor allem aus Wirtschafts- und Rechtswissenschaften.
Das ist keine österreichische Einzelauswertung. Die Stichprobe ist überwiegend deutsch, die Fächermischung ist eingeschränkt, und der Vorjahresvergleich ist wegen anderer Fächer mit Vorsicht zu lesen. Als Größenordnung für Studierende in Wirtschaft und Recht, auch an FH und Universitäten in Österreich, taugt sie aber.
Auf europäischer Ebene misst Eurostat für 2025 eine Nutzung generativer KI bei 33 % der 16- bis 74-Jährigen und bei 64 % der 16- bis 24-Jährigen. Den österreichischen Wert nennt der Text, den wir öffnen konnten, nicht, daher geben wir keinen an.
Studienwahl: KI wirkt, aber die Hochschulwebsite bleibt der Startpunkt
Für die österreichische Studienwahl haben wir keine verifizierbare Erhebung. Zwei Auslandsstudien geben Orientierung.
EAB befragte über 5.000 US-Schüler im Herbst 2025: 46 % nutzen KI bei der College-Suche, im Frühjahr 2025 waren es 26 %, und 18 % haben ein College wegen KI-Informationen gestrichen.
Die UCAS-Studie, vorgestellt von Wonkhe, zeigt bei 4.485 Befragten: 43 % beginnen mit der Hochschulwebsite, 13 % mit einem Chatbot. 48 % würden eine Hochschule nach einem schlechten Tag der offenen Tür streichen, 8 % nach einer negativen KI-Bewertung.
Österreich funktioniert anders als beide Länder. Es gibt kein zentrales Bewerbungsportal wie Hochschulstart in Deutschland: Die Bewerbung läuft direkt an der jeweiligen Universität, Fachhochschule oder Privatuniversität, mit Matura, Berufsreifeprüfung oder Studienberechtigungsprüfung als Zugang. Für Medizin gibt es mit dem MedAT einen zentralen Aufnahmetest. Fragen, die Studieninteressierte einer KI stellen, betreffen deshalb oft Fristen, Aufnahmeverfahren und Studienbeitrag der einzelnen Einrichtung.
Zulassungsstellen: wenige Daten, offene Regelfragen
Die einzige institutionelle Zahl, die wir prüfen konnten, betrifft Regeln für Bewerbende. Kaplan (Pressemitteilung vom 3. November 2025) befragte im Sommer 2025 Zulassungsverantwortliche selektiver US-Colleges: 2 % erlauben KI beim Verfassen des Bewerbungsessays, 30 % verbieten sie, 68 % haben keine Regel.
In Österreich spielt der Bewerbungsessay bei den meisten Studiengängen keine große Rolle. Die Frage stellt sich bei Motivationsschreiben, Portfolios und Aufnahmeverfahren an FH und Privatuniversitäten. Daten zum KI-Einsatz österreichischer Zulassungsstellen haben wir nicht gefunden und zitieren keine.
Rechtlicher Rahmen: DSGVO, DSB und KI-Verordnung
Die DSGVO gilt direkt, ergänzt durch das österreichische Datenschutzgesetz. Aufsichtsbehörde ist die Datenschutzbehörde. Bei minderjährigen Interessenten müssen Information und Einwilligung verständlich bleiben.
Die KI-Verordnung der EU stuft in Anhang III KI-Systeme, die über den Zugang oder die Zulassung zu Bildungseinrichtungen entscheiden, als hochriskant ein. Laut Europäischer Kommission gelten diese Regeln nach dem KI-Omnibus ab dem 2. Dezember 2027. Prüfen Sie das Datum dort.
Für die Qualität ist AQ Austria die Akkreditierungsstelle für Fachhochschulen und Privatuniversitäten. Sie ist keine KI-Aufsicht, aber falsche Angaben zu Studiengang oder Abschluss gefährden Ihre Position.
So prüfen Sie jede KI-Statistik, bevor Sie sie zitieren
Vor der Übernahme in eine Präsentation, ein Angebot oder eine Aussendung lohnen sich vier Fragen. Wer hat befragt, und wer hat es bezahlt? Wie groß war die Stichprobe, und wen deckt sie ab: Maturantinnen und Maturanten, Studierende, Erwachsene? Wann lief die Erhebung? Und was wurde genau gefragt, etwa „nutzen Sie KI täglich“ oder „haben Sie KI schon einmal genutzt“?
Die CHE-Zahl zeigt, warum das wichtig ist. Sie stammt aus einem Ranking-Fragebogen, deckt überwiegend Wirtschafts- und Rechtswissenschaften ab und mischt Deutschland mit acht österreichischen Universitäten. Sie ist für diesen Rahmen belastbar, aber keine Aussage über FH-Studierende in Technik oder Gesundheit und keine über Maturantinnen und Maturanten vor der Studienwahl.
Viele Prozentwerte zu österreichischen Jugendlichen kursieren ohne Link zum Bericht. Wenn Sie den Bericht nicht öffnen können, veröffentlichen Sie die Zahl nicht. Nennen Sie immer Herausgeber, Jahr, Stichprobe und Link.
Was diese Zahlen nicht belegen
Sie belegen nicht, dass ein Chatbot die Inskriptionen erhöht: Keine Quelle misst Conversion. Sie sind nicht vergleichbar, weil Zielgruppen, Länder und Fragen verschieden sind. Und sie sagen nichts über den KI-Einsatz in österreichischen Zulassungsstellen.
Veröffentlichte Conversion-Werte finden Sie in unserem Beitrag zu Konversionsraten von Hochschul-Websites.
Was Zulassungsteams daraus ableiten können
- Machen Sie Studiengangsseiten zur besten Antwort auf Fragen zu Matura, Zugangsvoraussetzungen, Aufnahmeverfahren, Studienbeitrag und Studienbeihilfe.
- Legen Sie eine Regel zum KI-Einsatz in Bewerbungen fest.
- Lassen Sie Menschen über Aufnahmen entscheiden. KI beantwortet und leitet weiter.
- Messen Sie eigene Daten: häufige Fragen, Antwortzeit, gebuchte Beratungstermine.
Weiterführend: KI-Agenten für die Studierendengewinnung, die Definition eines KI-Admissions-Agenten und der Leitfaden zum KI-Chatbot.



